Neue Mini-Basketball-Regeln ab 2019/2020

 

Ab der Saison 2019/2020 gelten im Minibasketball in Deutschland neue, einheitliche Regeln. Der Westdeutsche Basketball-Verband (WBV) unterstützt die Vereine bei der Umsetzung – notfalls mit Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen.

Die Basketballjugend des Westdeutschen Basketball-Verbands begrüßt und unterstützt die Einführung der neuen Regelungen, da sie insbesondere Kindern die ersten Kontakte zum Basketball erleichtern und den Spaß in den Mittelpunkt stellen.

„Ich bin froh, dass wir alle gemeinsam einen Konsens gefunden haben. Gerade Kinder im Grundschulalter erfahren über absenkbare Körbe deutlich mehr Erfolgserlebnisse und bleiben am orangen Ball“, erklärt ein sichtlich erfreuter Nadeesh Kattur, Vizepräsident Jugend und Nachwuchsleistungssport im WBV.

Mit Bezug auf den leistungsorientierten Basketball im Bereich der U12 sind jedoch diverse Modifikationen erforderlich, die dem WBV als Landesverband die Möglichkeit eröffnet zwischen Leistungs- und Breitensport zu differenzieren.

Darüber hinaus wird der WBV Übergangsregelungen für die Saison 2019/2020 erarbeiten sowie Ausnahmen für Vereine schaffen, die mehr Zeit für die Umsetzung mit den Kommunen benötigen. „Wir versuchen als Verband allen Vereine bei Ihren Terminen mit den Kommunen persönlich oder schriftlich zu unterstützen, sofern es logistisch und zeitlich möglich ist“, so Nadeesh Kattur.

Nähere Details zu den Übergangsregelungen veröffentlicht der Westdeutsche Basketball-Verband bis zum 10.01.2019.


… und hier die Mitteilung des Deutschen Basketball Bundes (DBB) zu den neuen Regeln für Minibasketball

Neue bundesweit einheitliche Miniregeln ab 2019/2020

Ab der Saison 2019/2020 gelten im Minibasketball in Deutschland neue, einheitliche Regeln. Die Idee dahinter ist es, die Sportart Basketball für mehr Kinder und früher erreichbar zu machen und ihnen Spaß und Erfolgserlebnisse zu vermitteln. Gleichzeitig sind eine höhere Handlungsdichte im Spiel, mehr Körbe, besseres technisch-taktisches sowie motorisches Lernen und positive Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung der Kinder sowie die Entwicklung ihrer psychosozialen Kompetenzen weitere Ziele der neuen Regeln.

Generell soll es in allen Altersklassen von der U8 bis zur U12 kindgerechter zugehen. Dazu soll auch die Bedeutung des Ergebnisses in weiten Teilen zurückgestellt und der Fokus auf die Kinder und ihre Entwicklung gerichtet werden. Ausgeblendete Ergebnisse und vereinfachte Spielberichtsbögen erlauben den Kindern eine bessere Konzentration auf das Spiel und verringern die Ablenkung von außen.

Zentraler Punkt sind dabei absenkbare Körbe, die international bereits seit Jahren Standard sind. „Wir können natürlich nicht erwarten, dass jetzt alle Hallen von heute auf morgen umgebaut werden und müssen sicherlich mit Übergangsfristen arbeiten“, weiß DBB-Vizepräsident Stefan Raid. „Doch wir müssen jetzt beharrlich darauf drängen, dass die Hallenträger unsere Spielstätten gemäß den Regeln, die die FIBA bereits 2005 herausgegeben hat, umrüsten und wir perspektivisch an allen Standorten Spielfelder mit höhenverstellbaren Körben für den Vereins- und Schulsport zur Verfügung haben“, so Raid weiter.

Weitere Veränderungen sind bei der Spielzeit, der Spieleranzahl, den Vorgaben zu den Einsatzzeiten sowie den Regelübertretungen vorgenommen worden. Über ein Jahr hat eine Expertengruppe gemeinsam mit den Landesverbänden diese neuen Regeln entwickelt und diskutiert. Bestehen bleiben die taktischen Vorgaben, die weiterhin Doppeln, Zonenverteidigung und das Stellen von Blöcken untersagen. Beim Jugendtag 2018 haben sich die Landesverbände mit überwältigender Mehrheit hinter die neue Spielidee gestellt.

„In Verbindung mit den verstärkten Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zum Minibasketball – nicht zuletzt durch die Aktivitäten rund um die Minitrainer-Offensive – haben wir jetzt die Gelegenheit, einen Meilenstein für unseren Sport zu setzen“, sagt Sportwissenschaftler und Kindertrainer Jürgen Maaßmann (Foto), der als Autor des „Leitfadens Minibasketball“ der Expertengruppe ebenso angehörte wie der Berliner Minireferent und ALBA-Minitrainer Marius Huth. „Die neuen Regeln schaffen endlich eine einheitliche Spielkultur für den Minibasketball in Deutschland, die sich unseres Erachtens sehr positiv auf die zahlenmäßige Entwicklung auswirken wird. Zusätzlich werden die Änderungen aber langfristig auch Einfluss auf das Spiel, die Fähigkeiten der Kinder speziell beim Wurf und damit die Talententwicklung haben. Damit schließen wir weiter zu den Top-Nationen im europäischen Basketball auf“, ergänzt Marius Huth.

Auch bei den Profistandorten ist man zufrieden mit dem Ergebnis der Regelanpassungen: „Der Korb als Hauptziel wird nun kindgerechter erreichbar, somit sind Erfolgserlebnisse von Anfang an möglich. Die Steuerungsimpulse durch die Regeln vermindern zu frühes Erfolgsdenken bei den Trainern und Trainerinnen und prägen wesentliche basketballerische Skills wie Werfen, 1:1-Verhalten in Angriff wie Verteidigung sowie das Entscheidungsverhalten besser aus. Dies wird noch mehr Kinder für den Basketball begeistern und die Basis verbreitern“, fasst Jens Staudenmayer, Sportlicher Leiter der BBL, zusammen.

An vielen Stellen sind schon Informationen im Umlauf und die ersten Landesverbände haben bereits 2018/19 ihre Spielbetriebe auf die neuen Regeln umgestellt. Nun ist das gesamte Paket an Informationen rund um die neuen Miniregeln, die ab der Saison 2019/20 gelten, für alle auf der DBB-Homepage zusammengestellt. Ein ausführlicher offizieller Regeltext sowie eine Interpretation der Regeln werden nach dem Jahreswechsel veröffentlicht. Die Übergangsfristen und Regelungen für die absenkbaren Körbe regeln die Landesverbände über ihre Ausschreibungen. Hier sind auch regionale Lösungen zulässig, so dass ausdrücklich kein Spiel ausfallen soll.

Quelle: Deutscher Basketball Bund

 

Mini-Basketball

Dirk Bauermann, langjähriger Bundestrainer und ehemals auch Cheftrainer des FC Bayern München, hält die frühzeitige Förderung unserer Kinder für elementar, frei nach dem Motto "Je eher, desto besser!". Hierzu hat er folgendes ausgeführt:

Eine Weiterentwicklung unserer Sportart ist nur möglich, wenn wir sowohl in Qualität als auch in Quantität insbesondere bei den jüngsten deutlich Fortschritte machen. Ganz besondere Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Verantwortung verdient dabei der Altersbereich der U12. Zu keinem Zeitpunkt können Bindung an die Sportart, koordinativ-technische Entwicklung und Aufbau von Einstellungsrepertoires so effektiv und nachhaltig beeinflusst werden.

Infolgedessen haben gerade Trainer/innen und Schiedsrichter/innen dieser Altersgruppe eine ganz besondere Verantwortung.

Von herausragender Bedeutung ist dabei erstens die Aufgabe, eine möglichst große Anzahl von Kindern langfristig für unsere Sportart zu begeistern. Dies wird nur gelingen, wenn jedes Kind das trainiert auch angemessene Zeit spielt und wenn die Arbeit mit den Kindern in einer positiven, ziel- aber auch spaßorientierten Atmosphäre stattfindet. Ein zweites Ziel muss die individuelle Ausbildung, also die Vermittlung der technischen und individualtaktischen Grundlagen und die Entwicklung der Spielfähigkeit und des Entscheidungsverhalten sein. In der Abwägung zwischen "Spieler entwickeln" und "Spiele gewinnen" muss immer das Erstere absoluten Vorrang haben.

Taktische Strukturen des Angriffes und der Verteidigung haben in dieser Altersklasse nur wenig Platz, Trainingsinhalte müssen fast ausschließlich die Arbeit an den Grundlagen und an den einfachen Prinzipien des Spiels sein.

Die vorliegenden Bestimmungen versuchen, diesen Anforderungen gerecht zu werden und sie sinnvoll umzusetzen. Die Mitarbeit aller auf dieser Ebene tätigen Trainer/innen und Schiedsrichter/innen ist Voraussetzung für die so dringend notwendige Weiterentwicklung in unsere Sportart.

Dirk Bauermann

(Quelle: DBB-Homepage)

Minibasketball

Literaturtipps

Hier sind ein paar Veröffentlichungen zum Thema "Mini-Basketball". Einige sind leider schon vergriffen, aber vielleicht findet ihr sie bei einem Kollegen im Bücherregal und werft einen Blick hinein. Die Liste ist noch unvollständig.

Barth, K. & Bösing, L.:
Ich lerne Basketball, Aachen 2008
Meyer & Meyer Verlag, ISBN 978 389 899 3463

Bayerischer Basketball Verband e. V. (Hrsg.):
MINI Basketball Briefe. München, o. J. (Ende der 70er Jahre)
Bezugsquelle: Bayerischer Basketball Verband, Postfach 500 120, 80971 München, bbv(at)bbv-online.de

Bein, Walter:
Basketball schon mit 6- und 7-jährigen. Hamburg, 1994.
Bezugsquelle: Buchhandel ISBN 3-926708-00-X

Deutscher Basketball Bund e. V. (Hrsg.):
Spiele mit dem roten Ball. Hagen, 2010 (Nachauflage von "Spiel doch Basketball"). 
Bezugsquelle: Deutscher Basketball Bund, Breiten- und Freizeitsport, Postfach 708, 58007 Hagen

Döbler, Erika und Hugo:
Kleine Spiele. Berlin, 1998 (21., durchgesehene Auflage).
Bezugsquelle: Buchhandel ISBN 3-328-00562-5

Holst, Andreas:
Mini-Basketball. Kleine Spiele für den Kinderbasketball-Unterricht in Verein und Grundschule. Eichstätt, 2006, 2. Auflage.
Bezugsquelle: info(at)diritto-publikationen.de oder Buchhandel ISBN 3-927728-41-1

Nicklaus, Hans:
Minis lernen spielend Basketball. Bochum, 1991.
Bezugsquelle: Geschäftsstelle des Westdeutschen Basketball Verbandes, Postfach 10 14 53, 47014 Duisburg,gs(at)wbv-online.de

Vogt, Ursula: 
Mini-Basketball. Schorndorf, 1986.
Bezugsquelle: Buchhandel ISBN 3-7780-9871-3 (evtl. schon vergriffen)

Ansprechpartner

Minireferent des DBB-Jugendausschusses
Peter Wüllner
E-Mail: p.wuellner(at)gns-gmbh.com

DBB-Jugendsekretariat:
Uwe Albersmeyer
E-Mail: uwe.albersmeyer(at)basketball-bund.de

Tim Brentjes
E-Mail: tim.brentjes(at)basketball-bund.de

Weitere Infos über Mini-Basketball:
www.kinderbasketball.de